Gebärmutterkrebs (Endometriumkarzinom)


Gebärmutterkrebs, auch Endometriumkarzinom genannt, ist die häufigste bösartige Erkrankung im Genitalbereich der Frau. Pro Jahr erkranken in Deutschland etwa 10000 Frauen an Gebärmutterkrebs. Das Risiko für ein Endometriumkarzinom steigt mit dem Lebensalter. Wenn die Erkrankung festgestellt wird, sind die meisten Patientinnen älter als 60 Jahre.

Ursachen und Risikofaktoren für Gebärmutterkrebs

Die genauen Ursachen von Gebärmutterkrebs sind noch nicht bekannt, aber man weiß, dass körpereigene Hormone, die Östrogene, eine wichtige Rolle spielen. Die Gebärmutterschleimhaut wird durch Östrogene in ihrem Wachstum gefördert. Ein Übermaß an Östrogeneinfluss kann die Krebsentstehung begünstigen. Ein erhöhtes Risiko für Gebärmutterhalskrebs besteht, wenn eine Frau

  • stark übergewichtig ist,
  • sehr früh ihre erste oder erst sehr spät ihre letzte Monatsblutung hatte,
  • keine Kinder geboren hat,
  • zur Empfängnisverhütung oder gegen Wechseljahresbeschwerden reine Östrogenpräparate eingenommen hat
  • oder z. B. wegen einer Brustkrebserkrankung längere Zeit mit dem Medikament Tamoxifen behandelt wurde, das auch eine gewisse östrogenartige Wirkung hat.

Das Risiko für Gebärmutterhalskrebs scheint auch erhöht, wenn eine Frau bereits an Brust- oder Darmkrebs erkrankt ist.

Weibliche Fortpflanzungsorgane mit Eierstöcken, Eileiter und Gebärmutter
Die Gebärmutter und das weibliche Fortpflanzungssystem © bilderzwerg / Fotolia

Symptome des Endometriumkarzinoms

Für den Gebärmutterkrebs gibt es keine verbindlichen Empfehlungen für Früherkennungsuntersuchungen. Das wichtigste Frühsymptom ist eine ungewöhnliche Blutung aus der Scheide. Frauen über 35 Jahre sollten bei jeder Veränderung der Monatsblutung wie außergewöhnlich starken Blutungen, Schmierblutungen oder Zwischenblutungen ärztlichen Rat einholen. Besonders verdächtig ist jede Blutung nach den Wechseljahren und dunkel gefärbter, übelriechender Ausfluss.

Diagnose und Früherkennung von Gebärmutterkrebs

Bei Frauen mit erhöhtem Risiko für Gebärmutterkrebs sollte einmal jährlich eine Ultraschalluntersuchung durch die Scheide durchgeführt werden, um die Dicke der Schleimhaut zu messen. Wenn nach den Wechseljahren die doppelte Schleimhautdicke dünner als 4 mm ist, kann ein Endometriumkarzinom praktisch ausgeschlossen werden.

Besteht aber ein Krebsverdacht, muss eine genauere Untersuchung der Gebärmutterschleimhaut erfolgen. Dies geschieht am zuverlässigsten durch eine Spiegelung der Gebärmutter (Hysteroskopie), bei der man gezielt Gewebeproben aus verdächtigen Bezirken entnimmt, mit anschließender Ausschabung der gesamten Gebärmutterschleimhaut (Kürettage). Durch die Kombination der beiden Methoden können bösartige Tumoren mit großer Sicherheit diagnostiziert oder ausgeschlossen werden.

Bestätigt sich der Verdacht auf Gebärmutterkrebs, sind weitere Untersuchungen erforderlich, um die Ausbreitung des Tumors innerhalb der Gebärmutterwand und den eventuellen Befall von Lymphknoten und angrenzenden Organen zu beurteilen. Dazu gehören:

  • Laborwerte
  • Ultraschall aller Bauch- und Beckenorgane
  • Röntgenuntersuchung der Nieren und Harnwege mit Kontrastmittel
  • eventuell Blasen- und Darmspiegelung

Zur besseren Beurteilung der Situation können auch die Computer- und Kernspintomografie eingesetzt werden.

Arztsuche

Behandlung von Gebärmutterkrebs

Beim Gebärmutterkrebs ist die Operation die Methode der Wahl und bei den meisten Patientinnen möglich. Dabei werden Gebärmutter, Eierstöcke und Eileiter entfernt. Wird der Tumor in einem sehr frühen Stadium entdeckt, ist eine alleinige Operation als Therapie in der Regel ausreichend. Noch während der Operation wird das entnommene Gewebe mikroskopisch untersucht. Sollte ein erhöhtes Ausbreitungsrisiko bestehen oder sich herausstellen, dass der Tumor über die Grenzen des Gebärmutterkörpers hinausgewachsen ist, werden zusätzlich Lymphknoten aus der Organumgebung und eventuell auch ein Teil der Scheide entfernt. Wenn auch Nachbarorgane wie Blase und Enddarm betroffen sind, kann es nötig sein, auch diese Organe teilweise oder ganz zu entfernen.

In fortgeschritteneren Stadien des Endometriumkarzinoms erfolgt zusätzlich zur Operation eine Strahlenbehandlung. Beim Gebärmutterkrebs sind zwei Bestrahlungstechniken üblich, die häufig kombiniert angewendet werden. Bei der sog. Kurzdistanzbestrahlung (Brachytherapie) wird eine Strahlenquelle mehrmals für kurze Zeit in das Scheidengewölbe eingeführt und gibt energiereiche Strahlung „vor Ort“ ab. Damit möchte man einem Rückfall im Scheidenbereich vorbeugen. Im Gegensatz dazu wird bei der Bestrahlung von außen (externe oder perkutane Bestrahlung) der ganze Beckenraum bestrahlt. Dies soll einen Rückfall in dieser Region verhindern. Als alleinige Therapiemaßnahme kommt die Bestrahlung dann in Frage, wenn eine Operation z. B. wegen Begleiterkrankungen oder des schlechten Gesundheitszustandes der Patientin nicht möglich ist. Bei der Kurzdistanzbestrahlung wird die Strahlenquelle dann direkt in die Gebärmutter eingeführt.

Therapieansätze mit zellwachstumshemmenden Medikamenten (Chemotherapie) und Hemmstoffen des weiblichen Hormons Östrogen (Antihormontherapie) kommen hauptsächlich in fortgeschrittenen Stadien und bei Rückfällen, die nicht mehr anders zu behandeln sind, zum Einsatz. Dabei sprechen Tumoren, die feingeweblich als gut differenziert (ausgereift) eingestuft werden, besser auf Hormone an, schlecht differenzierte Tumoren besser auf eine Chemotherapie.

Mögliche Nebenwirkungen und Folgen der Behandlung von Gebärmutterkrebs

Eine Nebenwirkung der Operation, die jüngere Patientinnen betrifft, ist das akute Einsetzen der Wechseljahre nach Entfernung der Eierstöcke. Wurde der Tumor im Frühstadium erkannt, ist die Einnahme von kombinierten Östrogen-Gestagen-Hormonpräparaten zur Milderung der typischen Beschwerden nach Rücksprache mit dem behandelten Facharzt möglich.

Als Nebenwirkung der Strahlentherapie können Entzündungen von Blase und Darm auftreten, die in der Regel nach einigen Wochen wieder abklingen, manchmal jedoch auch zu chronischen Beschwerden führen können. Auch das Scheidengewebe ist nach der Bestrahlung empfindlicher und anfälliger für Infektionen. Diese Nebenwirkungen lassen sich jedoch medikamentös lindern.

Mögliche Nebenwirkungen der Chemotherapie sind Übelkeit, Erbrechen, Durchfälle, Haarausfall sowie eine erhöhte Infektanfälligkeit, von denen sich einige, z. B. Erbrechen, durch Medikamente wirkungsvoll lindern lassen.

Arztsuche

Nachsorge nach der Behandlung des Endometriumkarzinoms

Wichtig nach der Gebärmutterkrebs-Behandlung ist die regelmäßige gynäkologische Untersuchung zur Erfassung möglicher örtlicher Krankheitsrückfälle. Sie sollte in den ersten drei Jahren nach der Operation je nach Rückfallrisiko alle drei bis sechs Monate erfolgen, da die meisten Rückfälle und therapiebedingten Komplikationen in dieser Zeit auftreten.

Heilungschancen beim Endometriumkarzinom

Wird der Gebärmutterkrebs im Frühstadium entdeckt, sind die Heilungsaussichten sehr gut. In weit fortgeschrittenen Stadien ist die Therapie in erster Linie darauf ausgerichtet, ein Fortschreiten der Erkrankung zu verzögern und der Patientin ein weitgehend beschwerdefreies Leben mit der Erkrankung zu ermöglichen.