Hautkrebsvorsorge | Auffällige Veränderungen beobachten

Hautkrebsvorsorge

Hautkrebs ist in Deutschland weiter auf dem Vormarsch. Ein Zusammenhang zwischen dem vermehrten Auftreten von Hautkrebs einerseits und einer umweltbedingt zunehmend aggressiven Sonnenstrahlung in Kombination mit dem verbreiteten Schönheitsideal gebräunter Haut andererseits liegt auf der Hand. Die Hautkrebsvorsorge umfasst daher auch ganz besonders vorbeugende Maßnahmen durch ausreichenden Sonnenschutz.

Trotz des durch den Rückgang der Ozonschicht auch in Mitteleuropa bereits deutlich gestiegenen Anteils an schädlichen ultravioletten Strahlen legen sich viele Menschen in Freizeit und Urlaub nach wie vor zu oft, zu lange und vor allem ohne ausreichenden Schutz in die Sonne. Dabei bergen nicht nur, wie früher angenommen, die kurzwelligen UV-B-Strahlen, sondern auch die längerwelligen UV-A-Strahlen die Gefahr, Hautkrebs zu verursachen. Unter diesem Aspekt sind auch turbobräunende Solariumsbänke mit äußerster Vorsicht zu genießen.

Hautkrebsvorsorge
© Alexander Raths / Fotolia

Hautkrebsarten und Risikogruppen

Es gibt verschiedene Formen von Hautkrebs mit unterschiedlichen Eigenschaften und Behandlungsmöglichkeiten. Am häufigsten ist der „weiße“ Hautkrebs (Basaliome, Plattenepithelkarzinome), der zumeist nur lokal wächst und durch rechtzeitiges Entfernen der betroffenen Hautpartien wirkungsvoll behandelt werden kann. Demgegenüber ist der schwarze Hautkrebs (malignes Melanom) einer der aggressivsten Tumoren überhaupt, weil er unbehandelt und unbemerkt schnell Absiedlungen in anderen Organe und Geweben (Metastasen) bildet.

Generell besonders anfällig für Hautkrebs sind hellhäutige und helläugige Menschen, die schnell Sonnenbrand bekommen. Auch Personen, in deren näherer Verwandtschaft Melanome aufgetreten sind oder die in der Kindheit bereits zahlreiche Sonnenbrände erlitten haben, gelten als stärker gefährdet. Wichtig ist in jedem Fall, Hauttumoren frühzeitig zu entdecken, um sie entsprechend behandeln zu können.

Selbstuntersuchung

Es ist empfehlenswert, in regelmäßigen Abständen selbst eine Hautuntersuchung durchzuführen. Besonderes Augenmerk bei der Suche nach Auffälligkeiten sollte sowohl neu aufgetretenen als auch bereits länger vorhandenen Muttermalen und Leberflecken gelten. Maligne Melanome entstehen oft aus veränderten Leberflecken.

Träger solcher Muttermale (melanozytäre Nävi) haben ein mit deren Anzahl linear erhöhtes Risiko, an schwarzem Hautkrebs zu erkranken.

ABCDE-Regel

Bei der Hautuntersuchung mit gründlicher Inaugenscheinnahme von Leberflecken und Muttermalen gilt die ABCDE-Regel:

  • A – Asymmetrie: Zeigt ein Leberfleck eine ungleichmäßige Form?
  • B – Begrenzung: Gibt es eine unklare Grenze zur umgebenden Hautpartie?
  • C – Color (Farbe): Ist der Fleck ungleichmäßig pigmentiert?
  • D – Durchmesser: Ist er im Durchmesser mehr als fünf Millimeter groß?
  • E – Erhabenheit: Ist der Fleck vorgewölbt?

In all diesen Fällen sowie auch dann, wenn ein Muttermal juckt oder blutet, ist eine Hautuntersuchung durch einen Dermatologen (Facharzt für Hauterkrankungen) geboten.

ABCD-Regel bei der Hautkrebsvorsorge
Beispiele für die ABCD-Regel: Links verschiedene Melanome, rechts Leberflecken und Muttermale

Hautkrebsscreening in der Hautkrebsvorsorge

Unter dem Begriff „Hautkrebsscreening“ ist eine fachärztliche Früherkennungsuntersuchung der Haut zu verstehen. Zwar gehört für Frauen ab 30 Jahren und für Männer ab 45 Jahren auch eine jährliche Untersuchung auf Hautkrebs zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krebsfrüherkennung. Dieser regelmäßige Hautkrebs-Check ist jedoch eingegliedert in die allgemeine Krebsfrüherkennung beim Allgemeinmediziner, Internisten oder beim Gynäkologen bzw. Urologen und daher zwangsläufig nicht tiefgreifend genug.

Der Arzt, der routinemäßig etwa Gebärmutterhals– oder Brustkrebs bzw. Tumoren der Prostata nachspürt, wird den Patienten dabei fragen, ob ihm Veränderungen seiner Haut aufgefallen sind, und selbst nur eine relativ grobe Untersuchung der Haut vornehmen. Wenn sich dabei ein Verdacht auf Hautkrebs oder dessen Vorstufe ergibt, ist eine eingehende Abklärung per Auflichtmikroskop (Dermatoskopie) durch einen Hautarzt nötig.

Seit 2008 haben alle gesetzlich Versicherten ab 35 Jahren einen Anspruch auf ein Hautkrebsscreening alle zwei Jahre. Die Kosten für diese Ganzkörperuntersuchung durch den Arzt trägt demnach die Krankenkasse. Die Untersuchung dauert etwa eine Viertelstunde.

Auflichtmikroskopie in der Hautkrebsvorsorge

Bei der Auflichtmikroskopie (Dermatoskopie) handelt es sich um die genaueste zur Früherkennung von Hautkrebs geeignete Untersuchung. Sie wird in der Regel von einem Dermatologen durchgeführt, der Erfahrung mit der Interpretation von auffälligen Hautveränderungen hat.

Das Auflichtmikroskop besteht aus einer mit einer Halogenlampe versehene Lupe, an der sich eine kleine Glasplatte befindet. Diese setzt der Arzt direkt auf die zu untersuchende Hautpartie. Durch den Einsatz von Paraffinöl oder Desinfektionsspray zwischen Glasplatte und Haut können Lichtreflexionen weitgehend ausgeschaltet werden (Immersion). Mittels Auflichtmikroskopie können unter zehnfacher Vergrößerung auch tiefer gelegene Hautschichten inspiziert und relativ sicher beurteilt werden.

Computerdermatoskopie in der Hautkrebsvorsorge

Die Computerdermatoskopie ist eine Weiterentwicklung der Auflichtmikroskopie. Mit einer Foto- oder Videokamera ausgestattete Auflichtmikroskope liefern dabei digitale Bilder, die am Computerbildschirm mittels spezieller Software analysiert und abgespeichert werden können. Dadurch ist es möglich, den Verlauf von Hautveränderungen über einen längeren Zeitraum zu verfolgen und zu dokumentieren.

Mit dieser modernen Technik lassen sich in vielen Fällen gut- und bösartige Veränderungen eindeutig unterscheiden. Ein Entfernen betroffener Hautpartien schon bei Verdacht auf Hautkrebs ist dadurch heutzutage immer seltener nötig.

Autor:
Dr. R. Behrens

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