Magenkrebsvorsorge


Im Rahmen der gesetzlichen Krebsvorsoge sind Untersuchungen zur Magenkrebsvorsorge nicht vorgesehen. Das einzige Verfahren, mit dem sich ein Tumor des Magens (Magenkarzinome) sicher nachweisen lässt, ist die Magenspiegelung. Aufwand und Risiken einer solchen endoskopischen Untersuchung des Magens (Gastroskopie) sind für den Einsatz ohne Krebsverdacht allerdings zu groß. Die Magenspiegelung erfordert einen Schlauch mit einem vorne angebrachten Gerät, das durch die Speiseröhre in den Magen vorgeschoben wird. Das ist häufig mit Panik, Würgereiz und selten auch mit Verletzungen verbunden. So bleibt die Gastroskopie darauf beschränkt, bei bestehenden Symptomen und Beschwerden einen Verdacht auf Magenkrebs abzuklären.

Der Katalog der individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) bietet mit einem einfachen Atemtest sowie mit modernen bildgebenden Verfahren alternative Untersuchungsmethoden zur Früherkennung von Magenkrebs an. Die Aussagekraft dieser Verfahren ist allerdings begrenzt.

Helicobacter-Test in der Magenkrebsvorsorge

Risikofaktoren für Magenkrebs sind

  • Rauchen
  • genetische Veranlagung
  • bestimmte Ernährungsgewohnheiten

Auch bestimmte Vorerkrankungen des Magens spielen bei der Krebsentstehung eine Rolle. Bei den meisten Patienten, die an Magenkrebs erkrankten, ließ sich eine Infektion der Magenschleimhaut mit dem Bakterium Helicobacter pylori nachweisen.

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Diese Infektion ist allerdings altersabhängig sehr weit verbreitet (etwa die Hälfte der über 60-Jährigen ist betroffen) und kann daher allein nicht als unbedingte Vorstufe zu Magenkrebs betrachtet werden. In der Kombination mit einer fleischreichen Ernährung kann eine Helicobacter-pylori-Infektion Studien zufolge das Magenkrebsrisiko auf das Fünffache erhöhen. Möglicherweise begünstigt der hohe Eisengehalt des Fleisches einerseits die Entwicklung der Bakterien und zum anderen die Bildung krebserregender Stoffe wie Nitrosamine.

Arztsuche

Virtuelle Magenspiegelung in der Magenkrebsvorsorge

Mit der virtuellen Magenspiegelung lassen sich Risiken und Unannehmlichkeiten der herkömmlichen endoskopischen Untersuchung des Magens vermeiden. Es erfolgt lediglich die Simulation einer Gastroskopie am Computermonitor, ohne das tatsächliche Einbringen von Instrumenten. Die virtuelle Magenspiegelung nutzt die Technik der Computertomografie und der Magnetresonanztomografie. Beide Verfahren liefern Schichtaufnehmen, die sich mithilfe einer speziellen Rendersoftware zu dreidimensionalen Bildern zusammenfügen lassen. So ist es möglich, das Mageninnere zu begutachten und kleinste Veränderungen oder Tumoren des Magens oder der Speiseröhre zu entdecken.

Die Dauer einer virtuellen Magenspiegelung ist abhängig vom jeweils eingesetzten bildgebenden Verfahren. Mit der Magnetresonanztomografie sind die erforderlichen Aufnahmen innerhalb etwa einer halben Stunde „im Kasten“. Mit der ultraschnellen Computertomografie reicht sogar die Hälfte der Zeit. Währenddessen muss der Patient mehrmals für wenige Sekunden, in denen die eigentlichen Bilder aufgenommen werden, den Atem anhalten.

MRT-Rendering
Dreidimensionales Rendering mithilfe eines MRT

Unmittelbar vor der virtuellen Gastroskopie wird der Magen mittels eines speziellen Gases zur besseren Darstellung leicht gebläht. Wie bei der herkömmlichen Magenspiegelung muss auch bei der virtuellen Gastroskopie die Untersuchung in nüchternem Zustand erfolgen. Vielleicht wird die virtuelle Gastroskopie im Zuge des technischen Fortschritts in nicht allzu ferner Zukunft die risikobehaftete herkömmliche Magenspiegelung verdrängen und sich zu einer praktikablen Untersuchungsmethode zur Magenkrebsvorsorge entwickeln.

Autor:
Dr. R. Behrens