Akute myeloische Leukämie (AML)


Die akute myeloische Leukämie (AML) ist eine Form von Leukämie (Blutkrebs). Es handelt sich um Erkrankung der weißen Blutkörperchen, die prinzipiell heilbar ist. Sie kann Symptome wie Blutungs- und Infektneigung, Leistungsminderung sowie Müdigkeit und Abgeschlagenheit verursachen. Behandelt wird die akute myeloische Leukämie meist mithilfe einer Chemotherapie. Zur Senkung des Rückfallrisikos kann auch eine allogene Blutstammzell-/Knochenmarktransplantation in Frage kommen.

Definition: Akute myeloische Leukämie (AML)

Die akute myeloische Leukämie (AML) ist eine Erkrankung der weißen Blutkörperchen (Leukozyten), die durch die Leukämiezellen zu einer Verdrängung der normalen Blutbildung im Knochenmark führt. Neben einer massiven Zunahme leukämischer Zellen im Knochenmark werden diese Zellen in den meisten Fällen auch in das Blut ausgeschwemmt, wovon die akute myeloische Leukämie (Leukämie = weißes Blut) auch ihren Namen erhalten hat.

Leukämie
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Ursachen einer AML

Die AML ist eine Erkrankung, die – wie die meisten anderen Tumorerkrankungen auch – im Alter häufiger auftritt. Die Ursachen der akuten myeloischen Leukämie sind weitgehend unklar. Bekannt ist jedoch, dass Benzol und Zigarettenrauchen zu den auslösenden Faktoren zu rechnen sind. Darüber hinaus kann eine vorausgegangene Chemo- und Strahlentherapie für eine andere Erkrankung zur Entstehung einer akuten myeloischen Leukämie beitragen.

Anzeichen und Symptome

Die meisten Symptome der AML sind auf die Verdrängung der normalen Blutbildung im Knochenmark zurückzuführen: Durch den Mangel an Blutplättchen kann es zu einer Blutungsneigung kommen. Die Reduktion normaler, funktionsfähiger weißer Blutkörperchen führt zu einer Infektneigung. Die Verminderung der roten Blutkörperchen (Anämie) hat eine Leistungsminderung sowie vermehrte Müdigkeit und Abgeschlagenheit zur Folge.

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Diagnosestellung

In der Regel ergibt sich die Diagnose einer AML durch die Untersuchung des Blutbildes sowie mithilfe einer Knochenmarkpunktion (Entnahme und Untersuchung von Gewebeproben).

Mithilfe von weiteren Untersuchungen können die Ärzte im Anschluss die Form der AML genauer bestimmen und ggf. auch eine Prognose stellen:

  • Bestimmung von Oberflächenmarkern
  • Chromosomen- und Mutationsanalyse der Leukämiezellen

Erst nach Abschluss aller Untersuchungen kann die Planung der optimalen Therapie beginnen.

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Behandlung der AML

Prinzipiell erfolgt die Behandlung mithilfe einer Chemotherapie, die in die sogenannte Induktions- und Konsolidierungschemotherapie unterteilt werden kann. Wesentliche chemotherapeutische Substanzen sind Cytarabin und die Anthrazykline. Bei Patienten mit einem hohen Rückfallrisiko und einem passenden Stammzellspender (Geschwister- oder Fremdspender) kommt als weitere konsolidierende Maßnahme auch eine allogene Blutstammzell-/Knochenmarktransplantation in Frage. Diese Transplantation kann die Wahrscheinlichkeit eines erneuten Auftretens einer AML (Rezidivwahrscheinlichkeit) in vielen Fällen entscheidend senken.

Darüber hinaus kommen neuerdings bei Vorliegen bestimmter Mutationen sogenannte Tyrosinkinase-Inhibitoren (Z.B. AC220, Sorafenib), die sehr spezifisch das Wachstum der leukämischen Zellen hemmen, zum Einsatz. Mit diesen Medikamenten können bei der akuten myeloischen Leukämie mittlerweile sehr vielversprechende Behandlungsergebnisse erzielt werden. Abschließende Untersuchungen zu dieser ständig wachsenden Medikamentengruppe liegen noch nicht vor – mehrere internationale Studien untersuchen derzeit den genauen Stellenwert und das Potenzial dieser Substanzen.

Heilungsaussichten bei einer AML

Die akute myeloische Leukämie ist eine prinzipiell heilbare Erkrankung. Die Heilungsaussichten hängen dabei allerdings von verschiedenen Faktoren wie Erkrankungsalter und insbesondere dem Vorliegen genetischer Veränderungen in den Leukämiezellen ab. In Fällen mit hohem Rückfallrisiko kommen zur Verbesserung der Heilungsaussichten allogene Blutstammzell-/Knochenmarktransplantation, Substanzen aus der Gruppe der Tyrosinkinase-Inhibitoren sowie neuere, noch nicht vollständig etablierte Medikamente, die ebenfalls spezifische Signalwege der Leukämiezellen (z.B. Plk- und Aurora-Inhibitoren) hemmen, zum Einsatz.

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Autor:
Prof. Dr. med. Alwin Krämer